Durchschnittliche Lagerverkaufspreise nach BDSV-Monatserhebung (bundesweit). Werte erscheinen in der ersten Hälfte des Folgemonats.
Die Bundesvereinigung Deutscher Stahlrecycling- und Entsorgungsunternehmen erhebt monatlich die durchschnittlichen Lagerverkaufspreise ihrer Mitgliedsbetriebe und veröffentlicht sie in der ersten Hälfte des Folgemonats. Es sind Durchschnittswerte über das Bundesgebiet, keine Tageskurse und keine Angebote — aber der verlässlichste öffentlich verfügbare Anhaltspunkt dafür, wo der deutsche Stahlschrottmarkt steht.
Weil die Werte nachlaufend erhoben werden, bilden sie die Marktlage des Vormonats ab. Für die Bewertung eines Rückbauprojekts, das über Wochen läuft, ist das die richtige Größenordnung. Für die Preisfindung an einem konkreten Liefertag ist es der Ausgangspunkt, nicht das Ergebnis.
„Stahlschrott" ist kein Preis, sondern eine Materialfamilie. Die europäische Sortenliste unterscheidet nach Herkunft, Materialstärke und Abmessung — die Sorten aus der Tabelle oben:
Für E1 und E3 gilt eine maximale Stückgröße von 1,50 × 0,50 × 0,50 Metern. Was darüber liegt, muss geschnitten werden, und dieser Aufwand landet im Preis.
Der praktische Punkt steht in der Tabelle selbst: Zwischen der schwächsten und der stärksten Sorte liegen regelmäßig 40 bis 50 Euro je Tonne. Wer eine Halle unsortiert abfahren lässt, verkauft seinen E3-Anteil zum Preis der schlechtesten enthaltenen Qualität. Ob sich das Trennen rechnet, hängt vom Mengenverhältnis und vom Zerlegeaufwand ab — das ist eine Rechnung, die man vor dem Rückbau aufmacht, nicht danach.