Öffentliche Beschaffung ab 2029: BDE fordert ausschließliche Messung von grünem Stahl am CO2-Fußabdruck
Im Hinblick auf die geplante EU-Strategie zur bevorzugten öffentlichen Beschaffung CO2-armer Werkstoffe ab 2029 spricht sich der Entsorgungsverband BDE gegen starre Rezyklatquoten bei Stahl aus und fordert eine Ausrichtung am tatsächlichen CO2-Fußabdruck.
Der BDE warnt vor Fehlanreizen im Stahlschrottmarkt und verlangt technologieneutrale CO2-Kriterien anstelle starrer Prozentquoten.
In einer Stellungnahme zur europäischen Beschaffungsstrategie hat sich der Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Kreislaufwirtschaft (BDE) am 20. August 2026 gegen die Einführung fixer Rezyklatquoten für grünen Stahl gewandt. Hintergrund sind die ab 2029 geplanten Mindestanforderungen für CO2-arme Baumaterialien bei öffentlichen Aufträgen.
Der Verband fordert, den Grad der Umweltfreundlichkeit von Bau- und Industriestahl ausschließlich am CO2-Fußabdruck des Endprodukts zu bemessen. Starre prozentuale Mindestmengen an Stahlschrott bergen laut BDE das Risiko von Marktverzerrungen und unnötigen Lieferengpässen im Sekundärrohstoffhandel.
Für Schrotthändler und Elektrostahlwerke ist das Positionspapier richtungsweisend: Eine reine CO2-Bilanzierung prämiert qualitativ hochwertige Schrottaufbereitung und den Einsatz von Elektrolichtbogenöfen, ohne den Markt durch bürokratische Quotenmodelle einzuschränken.
Für deutsche Schrotthändler: Die Debatte beeinflusst künftige Qualitäts- und Lieferanforderungen von Stahlwerken, bei denen der spezifische CO2-Fußabdruck von Schrottsorten an Gewicht gewinnt.
Für österreichische Schrotthändler: Österreichische Schrottexporteure nach Deutschland müssen sich darauf einstellen, verstärkt Nachweise zum Emissionsprofil ihrer Schrottqualitäten bereitzustellen.
Ref: RR-20260905-03