Statistisches Bundesamt: Deutscher Stahlschrott-Außenhandel verzeichnet H1-Plus durch stark steigende Exporte nach Österreich und Italien
Im ersten Halbjahr 2026 stiegen Deutschlands Stahlschrottexporte um 1 % auf 4,05 Millionen Tonnen. Während die Ausfuhren nach Luxemburg stark einbrachen, verzeichneten die Schrottlieferungen nach Österreich und Italien kräftige Zuwächse.
Der deutsche Stahlschrottexport nach Österreich und Italien zog im ersten Halbjahr 2026 spürbar an, während Exporte nach Luxemburg um über ein Fünftel zurückgingen.
Nach vorläufigen Daten des Statistischen Bundesamtes hat sich der deutsche Außenhandel mit Stahlschrott in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 leicht belebt. Die Ausfuhren stiegen um 1 Prozent auf insgesamt 4,05 Millionen Tonnen im Gesamtwert von etwa 2,0 Milliarden Euro. Gleichzeitig legten die Importe von Stahlschrott um 5 Prozent auf 2,24 Millionen Tonnen (Wert: 851 Millionen Euro) zu, womit Deutschland weiterhin deutlicher Netto-Exporteur von Stahlschrott bleibt.
Trotz der insgesamt verhaltenen Gesamtdynamik zeigen sich auf Ebene der Handelspartner prägnante regionale Verschiebungen der Schrottströme. Während die Ausfuhren in das benachbarte Luxemburg im ersten Halbjahr um mehr als ein Fünftel unter dem Vorjahresniveau lagen, verzeichneten die Schrottexporte nach Österreich sowie nach Italien kräftige Nachfragezuwächse.
Für die europäische Recyclingwirtschaft unterstreichen diese Zahlen den strukturellen Wandel im Schrotthandel. Während Stahlwerke in einigen westeuropäischen Regionen ihre Produktion drosseln oder sommerliche Wartungsstillstände einlegen, sichern sich Stahlproduzenten in Österreich und Italien verstärkt Schrottkontingente zur Abdeckung ihrer Produktionskapazitäten.
Für deutsche Schrotthändler: Deutsche Schrotthändler profitieren von einer stabilen Nachfrage aus Österreich und Italien, müssen jedoch die rückläufige Abnahme in Teilen Westeuropas durch veränderte Logistikrouten flexibel ausgleichen.
Für österreichische Schrotthändler: Österreichische Stahlproduzenten sichern sich verstärkt Sekundärrohstoffe aus Deutschland, um die schrottintensivere Versorgung ihrer Werke und die Transformation zu CO2-armem Stahl abzusichern.
Ref: RR-20260827-03